Kapitel 6 – Der Name, der Ausweis und die Frage: War alles längst vorbereitet?

Was haben unsere Namen in Großbuchstaben, der Personalausweis von 1987, der Mauerfall und die Privatisierung der Bundesdruckerei miteinander zu tun?

Diese Frage hat mich auf eine Zeitreise geschickt, die viel früher beginnt, als ich erwartet hatte.

Eigentlich wollte ich nur wissen, warum mein Name früher auf zahlreichen amtlichen Dokumenten vollständig in Großbuchstaben erschien, während Behörden mich heute zunehmend ganz normal mit Vor- und Familiennamen anschreiben.

Eine Kleinigkeit? Vielleicht. Doch bei unserer Recherche stießen wir auf historische Entscheidungen und Veränderungen, von denen die meisten Menschen wahrscheinlich noch nie gehört haben.

Und plötzlich stand eine viel größere Frage im Raum.

Eine Entscheidung aus dem Jahr 1978

Am 22. Juni 1978 beschlossen die Innenminister der Bundesländer, die Einführung neuer, fälschungssicherer und maschinenlesbarer Personalausweise vorbereiten zu lassen.

1979 lag bereits ein entsprechender Gesetzentwurf vor.

Am 1. April 1987 wurde der neue Personalausweis schließlich eingeführt.

Zwei Jahre und sieben Monate später fiel die Berliner Mauer.

Natürlich wurde die neue Ausweistechnik damals offiziell mit Fälschungsschutz und innerer Sicherheit begründet. Doch mich interessiert, was hinter den langfristigen Vorbereitungen steckte und welche Möglichkeiten damit geschaffen wurden.

Denn große Veränderungen in staatlichen Strukturen benötigen Zeit.

Gesetze müssen geschrieben, technische Systeme entwickelt, Behörden vorbereitet und Millionen Menschen erfasst werden.

1989 – und plötzlich müssen Millionen Menschen neue Ausweise erhalten

Nach dem Mauerfall am 9. November 1989 stand Deutschland vor einer gewaltigen organisatorischen Aufgabe.

Die Bundesdruckerei berichtet in ihrer eigenen Unternehmenschronik, dass sie anschließend rund 16 Millionen Menschen aus der ehemaligen DDR mit neuen Personaldokumenten ausstattete.

Das neue Ausweissystem war zu diesem Zeitpunkt bereits eingeführt.

Und genau hier beginnt meine persönliche Vermutung.

Mauerfall lange geplant

Was, wenn bestimmte Veränderungen lange vor ihrem sichtbaren Eintreten vorbereitet werden?

Ich beschäftige mich schon lange mit der Vorstellung, dass geschichtliche Ereignisse tiefere Zusammenhänge besitzen können, als ihre öffentliche Darstellung erkennen lässt.

Darum interessieren mich gerade die Jahre vor 1989.

Wer traf welche Entscheidungen? Wer war beteiligt? Welche Pläne wurden tatsächlich vorbereitet? Und welche davon kamen später zur Anwendung?

Dann wurde die Bundesdruckerei privatisiert

Auch diese Geschichte hat mich überrascht.

1994 wurde die Bundesdruckerei in eine GmbH umgewandelt. Zunächst gehörte sie weiterhin vollständig dem Bund.

Im Jahr 2000 verkaufte der Staat das Unternehmen an private Investoren.

2008 wurde der Rückkauf beschlossen. Am 8. Oktober 2009 war die Bundesdruckerei wieder vollständig in Bundeshand.

Eine staatliche Einrichtung, die unsere wichtigsten Identitätsdokumente herstellt, wird privatisiert und später zurückgekauft.

Für mich stellt sich dabei auch die Frage, wie die Gebühren für Personalausweise entstanden, wer sie bestimmte und welche wirtschaftlichen Interessen beteiligt waren.

Die Geschichte verdient einen genaueren Blick.

Und was geschah mit unseren Namen?

Noch etwas haben wir gefunden.

Zwischen 2015 und 2025 wurde in Deutschland die Speicherung von Namen in Melderegistern grundlegend umgestellt.

Seit dem 1. November 2025 werden Familiennamen im Melderegister in einer anderen Datenfeldstruktur geführt als früher.

Das bedeutet zunächst etwas anderes als die Groß- und Kleinschreibung auf Behördenbriefen.

Aber es zeigt, dass staatliche Namensregister keineswegs unverändert geblieben sind.

Hinzu kommen die internationalen ICAO-Normen, die bereits seit Jahrzehnten bestimmen, wie Namen in maschinenlesbaren Ausweisdokumenten dargestellt werden.

Unsere Namen werden also tatsächlich für bestimmte Verwaltungs- und Identifikationsverfahren technisch umgewandelt.

Wann, warum und nach welchen Vorschriften das geschieht, lässt sich anhand der Originaldokumente nachvollziehen.

War der Mauerfall von langer Hand geplant?

Diese Frage stellen auch andere Menschen.

Es gibt ehemalige Beteiligte und Autoren, die davon ausgehen, dass der Zusammenbruch der DDR und die deutsche Wiedervereinigung über Jahre vorbereitet wurden.

Besonders interessant finde ich die Aussagen von Menschen, die schon vor 1989 Einblicke in den internationalen Handel und in die politischen Beziehungen zwischen Ost und West hatten.

Ihre Thesen sind Teil der Recherche. Ob sie sich durch Originalakten bestätigen lassen, ist die entscheidende Frage.

Ich persönlich halte es für vorstellbar, dass vieles bereits wesentlich früher vorbereitet wurde.

Vielleicht sehen wir bei großen historischen Umbrüchen erst den letzten Akt einer Entwicklung, die Jahrzehnte zuvor begonnen hat.

Und dann ist da noch der 11. Dezember 2026

Über diesen Tag wird derzeit viel spekuliert, auch über mögliche Veränderungen bei künstlicher Intelligenz.

Ich bin gespannt, welche neuen Recherchemöglichkeiten sich künftig eröffnen, zumal Trump von einer SI- Superintelligenz spricht.

Meine Wunschvorstellung ist eine SI, die riesige historische Archive systematisch miteinander vergleichen, Zusammenhänge sichtbar machen und vergessene Originaldokumente wieder ans Licht bringen kann.

Vielleicht entdecken wir dann noch einiges, das heute in Tausenden verstreuten Akten verborgen liegt.

Die vollständige Recherche gibt es als PDF: Kapitel_6_Recherche_Namen_Ausweise_Mauerfall

In unserer ausführlichen Recherche zu Kapitel 6 haben wir die wichtigsten Jahreszahlen, Gesetze und Originalquellen zusammengestellt.

Darin findet ihr unter anderem die Vorbereitungen zum Personalausweis ab 1978, die Einführung von 1987, die Entwicklung internationaler Namens- und Ausweisnormen, den Eigentümerwechsel der Bundesdruckerei und die jüngste Umstellung der Melderegister.

Auch meine Frage nach einer langfristigen Vorbereitung des Mauerfalls nehme ich unter die Lupe.

Unsere Reise durch die Geschichte der Identität, des UCC / HGB / BGB Handelsrechts und der staatlichen Register geht weiter.

Und ich habe das Gefühl, dass wir gerade erst anfangen, die richtigen Fragen zu stellen.

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