Ich halte Veganismus grundsätzlich für ein berechtigtes und wichtiges Thema.
Die industrielle Massentierhaltung ist ein ethisches, ökologisches und seelisches Desaster. Wer darauf aufmerksam macht, wer Tierleid sichtbar macht, wer Menschen zum Nachdenken bringt, tut zunächst einmal etwas Richtiges.
Gerade deshalb fällt es mir schwer, zuzusehen, wenn dieses berechtigte Anliegen in eine Form gegossen wird, die ihm letztlich schadet.
Ein prominentes Beispiel dafür ist der militante Veganismus, wie er heute vor allem in den sozialen Medien vertreten wird – laut, konfrontativ, moralisch aufgeladen. Verkörpert etwa durch Figuren wie Raffaela Raab, bekannt als „die Militante Veganerin“.
Das Anliegen ist richtig – die Form nicht
Ich möchte das klar trennen:
Es geht mir nicht darum, Veganismus zu diskreditieren.
Es geht mir darum, wie er vertreten wird.
Wenn moralische Anliegen militarisiert werden, wenn Schuld, Scham und Aggression zum zentralen Kommunikationsmittel werden, dann entsteht kein Bewußtsein – sondern Abwehr. Dann geht es nicht mehr um Tiere, sondern um Macht, Rechthaben und Überlegenheit.
Der Begriff „militant“ ist dabei nicht zufällig. Er steht für Kampf, Fronten, Gegner. Genau das aber ist dem Thema nicht angemessen. Leben läßt sich nicht durch Krieg schützen.
Ideologie statt Kreislaufdenken
Was mich besonders triggert, ist die Verkürzung komplexer Zusammenhänge auf einfache Schuldzuweisungen.
Leben funktioniert nicht linear, sondern in Kreisläufen:
- Tiere fressen Tiere.
- Höfe müssen mit Überzähligkeit umgehen.
- Haustiere haben artspezifische Bedürfnisse.
- Verantwortung heißt manchmal auch, schwere Entscheidungen zu tragen.
Ein Veganismus, der diese Realität ausblendet, wird zur Ideologie.
Und Ideologien haben die Eigenschaft, die Wirklichkeit zu ignorieren, wenn sie nicht ins Konzept paßt.
Das ist nicht ethischer – es ist einfacher.
Moralischer Druck ersetzt kein Denken
Was mich an der militanten Form des Veganismus stört, ist nicht die Leidenschaft, sondern der moralische Druck. Das ständige „Du mußt“, „Du bist schuld“, „Du bist schlecht“, wenn Du nicht folgst.
Das ist keine Einladung zur Veränderung, sondern eine Form von Zwang.
Und Zwang erzeugt keine innere Wandlung, sondern Trotz oder Anpassung.
Ethisches Handeln aber braucht Bewußtsein – kein Einschüchtern.
Verantwortung statt Radikalität
Echte Verantwortung ist leise.
Sie fragt nach Lösungen, nicht nach Feindbildern.
Sie denkt weiter als bis zum eigenen moralischen Gefühl.
Ich halte es für sinnvoll, den Fleischkonsum drastisch zu reduzieren.
Ich halte es für sinnvoll, Tierleid zu minimieren.
Ich halte es für sinnvoll, Massentierhaltung grundsätzlich in Frage zu stellen.
Ich halte es jedoch nicht für sinnvoll, Menschen pauschal zu verurteilen, komplexe Lebensrealitäten zu ignorieren oder Moral als Geschäftsmodell zu betreiben.
Mein Fazit
Die Welt braucht weniger militante Moral – und mehr durchdachtes Mitgefühl.
Weniger Lautstärke – und mehr Verantwortung.
Weniger Ideologie – und mehr Kreislaufdenken.
Das Anliegen des Veganismus ist richtig.
Die militarisierte Form seiner Vertretung ist es nicht.
Wer wirklich Leben schützen will, muß bereit sein, die Wirklichkeit auszuhalten – nicht sie zu vereinfachen.
Bio: Raffaela Raab („Die Militante Veganerin“) – Aktivistin & Influencerin
Raffaela Raab (1996 in Wien, Österreich) ist eine vegane Aktivistin, Social-Media-Persönlichkeit und Ärztin, die vor allem unter dem Namen „Die Militante Veganerin“ bekannt geworden ist. Sie nutzt vor allem TikTok, Instagram, YouTube und andere Online-Plattformen, um für Veganismus und Tierrechte zu werben und Menschen direkt anzusprechen. (Ingame)
Werdegang und Hintergrund:
- Raab wurde in Wien geboren und engagierte sich bereits in jungen Jahren für Tierschutz, nachdem sie sich mit Tierleid auseinandergesetzt hatte. (Ingame)
- Sie hat Medizin studiert und eine Promotion an der Ludwig-Maximilians-Universität München abgeschlossen; danach arbeitete sie einige Zeit als Ärztin, bevor sie sich zunehmend auf ihren Aktivismus konzentrierte. (oesterreichwiki.org)
- Ihren Aktivismus begann sie insbesondere über soziale Medien, wo sie mit polarisierenden und oft konfrontativen Inhalten – z. B. Straßeninterviews und provokativen Aussagen – Aufmerksamkeit generierte. (Ingame)
Öffentliche Aktivitäten:
- Raffaela Raab tritt unter ihrem Aktivisten-Namen auf TikTok und anderen Plattformen auf und fordert dort leidenschaftlich zum Veganismus auf. (BW24)
- Sie war auch in Fernsehformaten und Reality-Shows zu sehen und nutzt diese Auftritte, um ihre Botschaft weiter zu verbreiten. (Kurier)
- Ihr Aktivismus ist umstritten und zieht sowohl Zustimmung als auch Kritik auf sich – nicht nur wegen der Radikalität ihrer Botschaft, sondern auch aufgrund der Art und Weise, wie sie sie öffentlich vermittelt. (Ingame)
Kontroversen und öffentliche Wahrnehmung:
- Raabs Aktivismus ist häufig kontrovers: Viele begrüßen, dass sie auf Tierleid aufmerksam macht, andere kritisieren ihre direkten, teils aggressiven Methoden und die polarisierende Sprache, die sie verwendet. (Focus)
- Außerdem wird sie medial immer wieder damit in Verbindung gebracht, ihren Aktivismus auch über andere, nicht-klassisch vegane Einnahmequellen zu finanzieren. (Heute)
Kurzprofil (für Veröffentlichungen):
- Name: Raffaela Raab
- Bekannt als: „Die Militante Veganerin“
- Geboren: 1996 in Wien, Österreich
- Beruflicher Hintergrund: Ärztin, Social-Media-Aktivistin
- Themen: Veganismus, Tierrechte, direkte öffentliche Aktionen
- Öffentliche Plattformen: TikTok, Instagram, YouTube u. a. (Ingame)