Leben ohne Geld beginnt nicht mit Abschaffung
Ein Leben ohne Geld beginnt nicht mit Revolution oder Ideologie.
Es beginnt stiller.
Mit:
- innerer Unabhängigkeit (die Wahrheit suchen und erkennen)
- dem Verzicht, Würde zu verkaufen (lass dich nicht in Versuchung führen)
- dem Mut, sich nicht korrumpieren zu lassen ( ich bin erlöst vom Bösen)
- klaren Grenzen gegenüber stiller Erpressung („NEIN“ ich mache da nicht mit)
Das verändert keine Welt über Nacht. Aber es erhält das Menschsein.
Und vielleicht ist genau das der Anfang.
Leben ohne Geld – eine vergessene menschliche Möglichkeit
Die Vorstellung, daß ein gutes Leben ohne Geld unmöglich sei, gilt heute als selbstverständlich. Kaum jemand stellt sie noch ernsthaft in Frage. Und doch ist sie historisch falsch, anthropologisch verkürzt und menschlich unerquicklich.
Nicht, weil Geld „böse“ wäre, sondern weil Geld etwas sehr Grundlegendes verändert hat: das Verhältnis zwischen Mensch, Macht und Verantwortung.
Geld ist kein moralisches Problem – sondern ein strukturelles
Geld an sich ist weder gut noch schlecht. Es ist ein Werkzeug. Aber Werkzeuge formen Verhalten.
Mit Geld geschieht etwas Entscheidendes:
- Zweck wird von Beziehung getrennt
Beispiel:
Jemand spendet Geld an ein soziales Projekt.
Danach fühlt er sich entlastet und kümmert sich nicht weiter darum, wie es den Menschen dort geht.
Der Zweck ist erfüllt – die Beziehung endet mit der Überweisung.
- Einfluß wird von persönlicher Verantwortung gelöst
Beispiel:
Ein Geldgeber entscheidet, wofür ein Projekt Geld bekommt und wofür nicht.
Als die Entscheidung Menschen schadet oder das Projekt scheitert, sagt er:
„Ich habe ja nur finanziert, nicht entschieden.“
Der Einfluß bleibt – die Verantwortung wird abgegeben.
- Vertrauen wird durch Abhängigkeit ersetzt
Beispiel:
Eine Organisation sagt öffentlich nicht, was sie wirklich denkt, weil sie finanziell von einem Geldgeber abhängt.
Sie handelt nicht aus Vertrauen, sondern aus Angst, die Unterstützung zu verlieren.
Das Vertrauen ist ersetzt durch Abhängigkeit.
Wer Geld gibt, gibt es selten ohne Erwartung.
Oft entstehen damit:
- Richtungsvorgaben
- unausgesprochene Verpflichtungen
- Abhängigkeiten
- stillschweigendes Einverständnis
Es ist Systemlogik.
Geld als Mittel, Verantwortung abzugeben
Geld wird zunehmend genutzt, um Verantwortung auszulagern:
- „Ich zahle Steuern, also sollen andere sich kümmern.“
- „Ich spende, also ist es nicht mehr mein Problem.“
- „Ich bezahle dafür, also muß ich mich nicht einmischen.“
Es ist ein kulturell erlerntes Muster, Verantwortung einfach auszulagern. Meist trifft das die ärmsten Menschen, die entsprechend Leistung zeigen müssen, weil sie kein Geld haben oder zu wenig.
Geld wird so zur moralischen Absolution.
Leise Formen moderner Erpressung
Erpressung ist leise, strukturell und sozial akzeptiert. Sie kann auch brutal sein.
Sie zeigt sich als:
- Förderlogik mit Bedingungen
- Finanzierung mit inhaltlicher Agenda
- institutionelle Abhängigkeiten
- moralischer Druck statt offener Drohung
Das betrifft Staaten, Institutionen und Einzelne gleichermaßen, weil Macht ohne innere Reife formt.
Die Entfremdung vom Geld ist eine Entfremdung vom Menschsein
Viele können sich kaum vorstellen, daß Menschen einst ohne Geld zufrieden, sicher und verbunden lebten. Das ist ein moralischer Fehler, durch kollektivem Gedächtnisverlust.
Früher entstand:
- Sinn aus Zugehörigkeit
- Wert aus Beziehung
- Sicherheit aus Gemeinschaft
Heute wird:
- Sinn gekauft (dann weggeworfen)
- Wert gemessen (dann weggeworfen)
- Sicherheit delegiert (dann weggeworfen)
Die entstehende Leere wird mit mehr Kontrolle, mehr Regulierung und mehr Macht gefüllt.
Ein Kreislauf – kein Plan.
Bildung, Anpassung und Systemgrenzen
Wo Systeme unter wirtschaftlichem Druck stehen, sinken oft zuerst die Bildungsstandards.
Wenn Lernen primär auf Funktionieren ausgerichtet ist, geht Orientierung verloren – und mit ihr die Fähigkeit zur eigenständigen Urteilsbildung.
Das ist kein individuelles Versagen.
Es ist ein strukturelles Problem.
Macht kippt, wenn Reife fehlt
Problematisch wird es, wenn Macht nicht mehr an innere Reife gebunden ist.
Dann kippt sie – unabhängig von Ideologie, Partei oder Herkunft.
Äußere Macht ohne innere Reife führt fast zwangsläufig zu Mißbrauch.
Das ist keine neue Erkenntnis.
Es ist eine der ältesten der Menschheit.
... und wie ändern wir das nun?….
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