Der Unterschied der Person zum Menschen – Warum wir Rollen spielen, ohne es zu merken

Warum wir Rollen spielen, ohne es zu merken

Viele Menschen halten den Menschen (sich selbst) und die Person für dasselbe.
Genau darin liegt das Problem.

Denn wer glaubt, er sei eine Person, merkt nicht, daß er eine Rolle spielt.
Und wer seine Rolle für sich selbst hält, verliert etwas sehr Grundlegendes: Würde.

Dieser Text ist kein juristischer Aufsatz.
Er ist eine Einladung, zwei Begriffe auseinanderzuhalten, die im Alltag ständig vermischt werden – mit Folgen, die viele spüren, aber kaum benennen können.

Der Mensch – vor aller Ordnung

Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
Vor – im Sinne von davor.

  • Der Mensch ist kein Status.
  • Er ist kein Antrag.
  • Er ist kein Dokument.

In juristischen Wörterbüchern findet sich eine bemerkenswert klare Definition:
Der Mensch ist ein geistig-sittliches, sprachbegabtes Wesen.

Das ist nicht zufällig so formuliert, denn:

  • Geist ist nicht verwaltbar
  • Gewissen ist nicht verhandelbar
  • Sprache ist nicht standardisierbar

Der Mensch ist Sein, nicht Zustand.
„Ich bin“ – nicht: Ich werde geführt. Der Mensch braucht keine externe Führung, er hat eine geistige!

Der Mensch existiert bereits, bevor er irgendwo dokumentarisch erfaßt wird.
Er fühlt, denkt, irrt, reift.
Er trägt Verantwortung – nicht, weil ein System es verlangt, sondern weil er antwortfähig ist.

Die Person – Rolle, Form, Rechtsfigur

Das Wort Person stammt aus dem Lateinischen (persona).
Historisch bezeichnete es die Sprechform auf der Bühne – später wurde daraus ein Rechtsbegriff.

Die Person ist kein Mensch, sondern eine Rolle im Rechtsraum.
Nach dem Gesetz werden Menschen nicht als Menschen behandelt, sondern als Rollen – als Masken.

Die Person macht Menschen:

  • adressierbar
  • zurechenbar
  • organisierbar

Die Person ist zu einem Werkzeug geworden.
Problematisch wird es dort, wo dieses Werkzeug zur Identität wird.

Zur Bedeutung des Begriffs „Person“ (Zitat)

Peter Freiherr von Liechtenstein sagt im Gespräch:

„Pass auf, du kannst das ruhig so sagen.
Das Wort Person ist nur okkupiert und umbesetzt worden.
Ich weiß, ich weiß, Person ist nicht der Mensch und blablabla, das ist schon klar,
in Wirklichkeit hat das Wort Person eine wunderbare Bedeutung.
Vielleicht sollten wir es wieder öfter benutzen –
mit anderer Ideologie und mit anderer Überzeugung.“

Später fügt er hinzu:

„Par Sohn, Perre ist der Vater, der Herre, und Sohn der Sohn.
Per Sohn heißt im Prinzip nur Sohn des Vaters oder Personal,
es klingt durch mich durch, wie auch immer.
Ich wollte da gar nicht so weit rein.“

Quelle (Transkript):
https://www.youtube.com/watch?v=Y6Iwv-tiE4U

An dieser Stelle darf sich jeder selbst Gedanken machen und weiter recherchieren.

Wo die Verwechslung beginnt

Unsere Systeme arbeiten fast ausschließlich mit Personen.
Nicht mit Menschen.

Denn Rollen lassen sich leichter verwalten:

  • Formulare
  • Akten
  • Verfahren
  • Zuständigkeiten

Systeme kennen keine Müdigkeit, keine Angst, keine Lebensrealität.
Der Mensch bleibt unsichtbar.

So entsteht eine stille Verschiebung:

  • Nicht mehr der Mensch steht ein – sondern die Person unterschreibt
  • Nicht mehr das Wort bindet – sondern das Dokument

Der Körper ist kein Kostüm

Menschen können sich ausdrücken, wie sie wollen.
Kleidung, Stil und Rollen gehören zur Person – nicht zum Körper.

Der Körper ist kein Symbol und keine Meinung.
Er ist die leibliche Wirklichkeit des Menschen.

Werden Ausdruck und Körper gleichgesetzt, kippt etwas:
Dann wird der Körper verhandelbar, und Würde löst sich vom Leben.

Freiheit bedeutet nicht, den Körper zu leugnen,
sondern ihn nicht zur Sache zu machen.

Spielen, ohne es zu wissen

Kinder spüren oft intuitiv, was Erwachsene vergessen:

  • Rollen sind beweglich
  • man ist mehr als das, was man gerade darstellt

Darum der kindliche Gedanke:
„Warum kann ich nicht alles sein?“

Im Theater ist das erlaubt.
Schauspieler dürfen alles sein – gerade weil sie wissen, daß sie Rollen spielen.

Im Alltag passiert oft das Gegenteil.
Menschen spielen Rollen:

  • Büromaus
  • Handwerker
  • Vater
  • Mutter
  • Verwalter
  • Funktionsträger

und glauben, sie seien diese Rollen, statt zu erkennen, daß sie diese spielen.

Diese Spiele lassen sich abbrechen.
Dann kehrt man zurück ins eigene Sein –
in das innere „Ich bin mir meiner selbst bewußt“.

Wo es kippt

Wenn Rolle und Identität zusammenfallen, entsteht Überforderung.

Dann:

  • wird Pflicht zu Schuld
  • wird Zuständigkeit zu persönlichem Versagen
  • ersetzt formale Verantwortung die natürliche Verantwortung für das eigene Leben

Nicht das System allein entmenschlicht.
Entmenschlichung beginnt dort, wo der Mensch vergißt, daß er mehr ist als seine Rolle.

Fazit

Der Mensch ist mehr als jede Rolle.
Die Person ist eine notwendige Form.

Reife beginnt dort,

  • wo man die Maske tragen kann ohne zu vergessen, daß man sie trägt

Und Würde entsteht dort,

  • wo der Mensch wieder sichtbar wird hinter der Person

Ich bin mir durchaus bewußt, daß wir all das nicht in der Schule lernen.
Doch wir reifen dennoch und lernen.
Denn Wissen ist eine Holschuld – auch ohne Schule.

Literatur: Aromatherapie – wenn du meine Arbeit unterstützen möchtest

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