Der (schwarze) Stein der Weisen – warum unser Bild von Kernenergie auf Geschichten beruht
Wenn von Plutonium, Uran oder radioaktiver Strahlung die Rede ist, schaltet bei vielen sofort ein inneres Alarmsystem ein. Bilder von Explosionen, verseuchten Landschaften und „unsichtbarem Tod“ prägen seit Jahrzehnten unser kollektives Denken. Kaum ein anderes Thema ist emotional so aufgeladen – und kaum eines wird so selten nüchtern betrachtet.
Doch was, wenn ein Teil dieser Angst weniger mit Naturgesetzen zu tun hat als mit Erzählungen? Mit Bildern, die sich festgesetzt haben. Mit Geschichten, die ständig wiederholt werden – in Medien, Filmen, Hollywood und kollektiven Warnnarrativen.

Der Blogbeitrag „Plutonium und andere Geschichten“ vom Chnopfloch-Projekt stellt genau diese Frage und lädt dazu ein, vertraute Annahmen nicht reflexhaft zu übernehmen, sondern zu überprüfen.
Sind schwere radioaktive Elemente wirklich „künstlich“?
Eine der zentralen Aussagen des Beitrags ist provokant und zugleich sachlich:
Elemente wie Plutonium sind keine menschlichen Erfindungen.
In der öffentlichen Wahrnehmung gelten sie als Produkt moderner Kerntechnik – als etwas, das ohne Reaktoren und Bomben nicht existieren würde. Tatsächlich jedoch sind chemische Elemente Bestandteile der Natur. Was variiert, sind ihre Isotope: Varianten desselben Elements mit unterschiedlicher Neutronenzahl.
Uran kommt natürlicherweise in mehreren Isotopen vor (U-238, U-235, U-234). Einige davon sind spaltbar, andere nicht. Plutonium entsteht, wenn Uran-238 Neutronen aufnimmt – ein Prozess, der zwar im Reaktor gezielt genutzt wird, prinzipiell aber auch unter natürlichen Bedingungen stattfinden kann.
Natürliche Kernreaktoren – ein verdrängtes Wissen
Besonders aufschlußreich ist der Hinweis auf die sogenannten natürlichen Kernreaktoren von Oklo in Gabon. Dort liefen vor rund zwei Milliarden Jahren über lange Zeiträume hinweg selbständige Kernspaltungsprozesse ab – ganz ohne menschliches Zutun.
Die dabei entstandenen Zerfallsprodukte entsprechen in bemerkenswerter Weise denen moderner Kernreaktoren. Das bedeutet:
Die Natur selbst hat Kernspaltung hervorgebracht – lange bevor der Mensch sie technisch nutzte.
Diese Tatsache ist wissenschaftlich belegt. Dennoch spielt sie im öffentlichen Diskurs kaum eine Rolle, weil sie nicht in das einfache Schema von „natürlich gut“ und „nuklear böse“ paßt.
Technik verstehen statt Angst verwalten
Der Beitrag beschreibt zudem sachlich, wie Uranabbau und Brennstoffherstellung tatsächlich funktionieren: vom Erz über den sogenannten Yellowcake bis zur Anreicherung und Verarbeitung in Brennstäben.
Diese Darstellung ist keine Rechtfertigung, sondern eine Einladung:
Verstehen statt Fürchten.
Angst entsteht dort, wo Wissen fehlt – oder wo Wissen auf Schlagworte reduziert wird. Wer technische Prozesse nur als Bedrohung kennt, bleibt abhängig von Deutungen anderer. Erkenntnis beginnt dort, wo man bereit ist, genauer hinzusehen, statt sich mit vorgefertigten Bildern zufriedenzugeben.
Angst als politisches Werkzeug
Ein besonders unbequemer Gedanke des Artikels betrifft die gesellschaftliche Dimension der Angst. Der „nukleare Horror“ wird nicht nur als reale Gefahr vermittelt, sondern auch als dauerhaftes Bedrohungsszenario.
Solche Szenarien erzeugen das Gefühl, ohne äußere Kontrolle nicht bestehen zu können. Sie rechtfertigen Zentralisierung, Überwachung und Abhängigkeit – oft unter dem Versprechen von Sicherheit. Dabei gerät leicht in Vergessenheit, daß der Mensch selbst ein erkenntnis- und verantwortungsfähiges Wesen ist.
Wo Angst regiert, schrumpft Eigenverantwortung. Wo Angst verwaltet wird, bleibt wenig Raum für schöpferisches Denken.
Der schwarze Stein der Alchemie
Im übertragenen Sinn steht der „schwarze Stein“ genau für diesen Punkt: für das Verborgene, Unangenehme, Verdrängte. In der Alchemie ist Schwarz nicht das Ende, sondern der Anfang eines Wandlungsprozesses.
Wer hinsieht, entdeckt, daß Realität komplexer ist als ihre Schlagzeilen.
Und daß Mündigkeit dort beginnt, wo man den Mut hat, Geschichten von überprüfbaren Tatsachen zu unterscheiden.
Warum dieser Text wichtig ist
Dieser Beitrag ist kein Plädoyer für oder gegen Kernenergie. Er ist ein Aufruf zur geistigen Eigenständigkeit. Dazu, Fragen zu stellen, wo Angst routinemäßig geliefert wird. Und dazu, Wissen nicht nur zu konsumieren, sondern zu prüfen.
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