Warum Bauern ihr eigenes Essen im Supermarkt kaufen müssen

– Kontrolle statt Vertrauen

Es klingt absurd.
Und doch ist es Realität:

Bauern erzeugen Lebensmittel –
und kaufen sie anschließend im Supermarkt zurück.

Nicht aus Bequemlichkeit.
Sondern weil das System es erzwingt.

  1. Der Bauer darf erzeugen – aber nicht frei verkaufen

Ein Bauer ist heute vor allem eines:
Rohstofflieferant.

Sobald er direkt verkaufen will, wird er etwas anderes:

Lebensmittelunternehmer mit Haftung, Auflagen und Risiko.

Das bedeutet:

  • Hygienevorschriften wie in der Industrie
  • Dokumentationspflichten
  • Kühlketten
  • Rückverfolgbarkeit
  • Schulungen
  • Kontrollen – ja besonders die Kontrolle des Geldes, das die Bauern verdienen.

Für kleine Höfe ist das:

  • wirtschaftlich kaum tragbar
  • zeitlich kaum leistbar
  • nervlich kaum auszuhalten

Direktvertrieb ist nicht verboten.
Er ist bürokratisch entmutigt.

  1. Warum es kaum noch Milch direkt vom Bauern gibt

Dabei ist frische Milch direkt aus dem Euter was Feines. Ich kann mich noch daran erinnern. Heute wird sie Ultra-hocherhitzt, nicht wegen der Bakterien, sondern wegen der Haltbarkeit. Wenn irgendwo auf der Verpackung Frischmilch draufsteht ist das schon gelogen.

Rohmilch darf nur:

  • unter strengen Bedingungen
  • mit Warnhinweisen – (völliger Blödsinn ich koche Frischmilch (Milchtanke) nie ab und bin auch noch nie daran erkrankt.)
  • bei dokumentierter Hygiene

Das Risiko trägt allein der Bauer.

Ein Fehler – und er haftet.
Also geht die Milch:

  • an die Molkerei
  • wird industrialisiert
  • normiert
  • anonymisiert

Und landet später im Regal.

Der Bauer kauft sie zurück.
Pasteurisiert. Verpackt. Teurer.

  1. Fleisch: Das Tier gehört dem Bauern – das Fleisch nicht

Ein Bauer darf:

  • ein Tier großziehen
  • es versorgen
  • Verantwortung tragen

Aber er darf nicht frei darüber verfügen.

Schlachtung:

  • nur im zugelassenen Schlachthof
  • mit Transport
  • mit Stress fürs Tier
  • mit Gebühren

Hausschlachtung:

  • extrem eingeschränkt
  • Notfälle streng geregelt
  • oft nur für Eigenverbrauch

Und selbst der:

  • dokumentationspflichtig
  • steuerlich relevant – wobei wir wieder bei der Geldkontrolle sind!

Das Resultat:

Der Bauer darf sein Tier pflegen – aber nicht souverän entscheiden.

  1. Hofladen: Freiheit mit Genehmigung

Der Hofladen gilt als romantische Lösung.
In Wahrheit ist er:

  • genehmigungspflichtig
  • kontrolliert
  • steuerlich erfasst
  • haftungsrelevant

Ein Hofladen ist keine Freiheit, sondern eine regulierte Ausnahmezone.

Darum gibt es ihn nur:

  • wo jemand Zeit, Geld und Kraft hat
  • nicht dort, wo Landwirtschaft eigentlich ist
  1. Der eigentliche Bruch: Beziehung wurde ersetzt

Früher:

  • Bauer ↔ Nachbar
  • Vertrauen
  • Gesicht
  • Ort

Heute:

  • Bauer → Industrie → Handel → Kunde
  • Verträge
  • Normen
  • Kontrolle

Beziehung gilt als Risiko.
Anonymität als Sicherheit.

  1. Warum das System so gebaut ist

Direkter Verkauf bedeutet:

  • Vertrauen
  • Überschaubarkeit
  • Verantwortung vor Ort

Das ist schwer steuerbar.

Zentraler Handel bedeutet:

  • Normierung
  • Kontrolle
  • Skalierung

Das ist perfekt steuerbar.

Darum:

  • verschwinden Hofläden
  • verschwinden Direktbeziehungen
  • entstehen fensterlose Konsumräume

Alles folgt derselben Logik. „Alles für „Unsere Demokratie“ – nicht deine – ihre!

  1. Der Wahnsinn in einem Satz

  • Der Bauer darf Milch melken,
    aber nicht frei als Milch verkaufen.
  • Er darf ein Tier aufziehen,
    aber nicht frei als Fleisch weitergeben.
  • Er darf erzeugen,
    aber nicht bestimmen, was daraus wird.

Das „Lebensmittel-Sein“ wird ihm abgenommen und ersetzt durch:

  • Normierung
  • Verarbeitung
  • Industrialisierung
  • Handel

Er ist Produzent.
Kein Versorger mehr.

Schlusswort

Wenn Bauern ihr eigenes Essen im Supermarkt kaufen müssen, ist das kein Marktversagen.

Es ist Systemdesign.

Und es ist krank – nicht emotional, sondern strukturell.

Und wie ändern wir das jetzt?

Erwachen aus der Gedankenkontrolle !

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