Über Resonanz, Stille – und das innere Zerreißen zwischen Klarheit und Inszenierung
Heute ist mir etwas klar geworden, das mich schon länger innerlich begleitet hat, ohne daß ich es sauber benennen konnte. Es war kein simples Nicht-Mögen, sondern ein echtes inneres Zerreißen. Ein leiser, aber hartnäckiger Herzstich.
Ich schätze die Arbeit von Peter Freiherr von Liechtenstein sehr. Vieles von dem, was er sagt, empfinde ich als fundiert, reflektiert und ernsthaft suchend. Umso deutlicher nehme ich jene Momente wahr, in denen er gemeinsam mit Dr. Monika Haeseler-Pastner (Majesta Energetika, Wien) auftritt. Nicht, weil ich jemanden abwerten möchte – sondern weil sich in mir etwas zusammenzieht, als würden Ebenen nicht mehr zusammenpassen.

Ich habe eine eigene spirituelle Haltung. Sie ist leise.
Ich höre zuerst. Ich nehme wahr. Ich beobachte innerlich.
Erst danach entstehen Worte.
Für mich hat Spiritualität mit Klarheit, Wahrhaftigkeit, Ruhe und innerer Ordnung zu tun. Wenn etwas aus wirklicher Tiefe kommt, wird es nicht größer, nicht lauter, nicht dramatischer – sondern stiller.
Genau hier beginnt mein innerer Widerstand.
In diesen gemeinsamen Formaten erlebe ich eine Ausdrucksweise, die für mich das Gegenteil dessen verkörpert, was sich stimmig anfühlt: starke Stimmführung, auffällige Gestik, Lautstärke, viele Worte. Es entstehen Bilder und Andeutungen, doch für mich kein gedanklicher Halt. Beim Zuhören merke ich, daß ich nicht wirklich verstehe, was gesagt wird.
Umschreibung statt Aussage
Zitate aus dem o.g. Video. Auffällig ist das ständige:
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„wir wollen nicht sagen, aber…“
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„sozusagen“
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„in einer Art“
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„man könnte“
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„wir nennen es nicht X, sondern Y“
Das ist für mich sprachlich relevant, weil ich beim Zuhören keine klaren Aussagen wahrnehme, sondern überwiegend Umschreibungen und Möglichkeitsräume. Dadurch bleibt für mich vieles offen, ohne daß sich ein gedanklicher Halt einstellt.

Der häufig verwendete Begriff „Atmosphäre“ bedeutet für mich Harmonie, Weite, ein ruhiges Tragen. Das, was ich dort erlebe, ist für mich keine Atmosphäre, sondern Überreizung. Mein Körper reagiert schneller als mein Verstand. Die Stimme resoniert nicht. Sie trägt nicht. Sie wirkt gemacht, nicht empfangend.
Das erzeugt in mir Widerstand – und zugleich Ratlosigkeit
Nicht, weil ich jemanden entlarven möchte, sondern weil sich etwas zutiefst unstimmig anfühlt.
Mir ist klar geworden, daß hier nicht „richtig gegen falsch“ steht, sondern zwei völlig unterschiedliche Arten von Spiritualität:
- eine laute, performative Spiritualität, die über Wirkung, Intensität, Führung und Inszenierung funktioniert,
- und eine stille, empfangende Spiritualität, die über Wahrnehmung, Klarheit, Reduktion und innere Ordnung lebt.
Menschen, die viel äußere Intensität brauchen, um überhaupt etwas zu fühlen, können mit dieser Art offenbar gut in Resonanz gehen. Menschen wie ich – mit feiner Wahrnehmung und starkem Bedürfnis nach Sinn und Stimmigkeit – reagieren mit innerem Alarm.
Das macht mich nicht überheblich.
Und es macht andere nicht weniger wertvoll.
Es zeigt nur: Das ist nicht meine Sprache
Was mich jedoch beschäftigt, ist die Frage, warum ein Mensch wie Peter – faktenorientiert, strukturiert, reflektiert – mit Monika in eine so starke Resonanz gehen kann und sie beinahe idealisiert.
Ich glaube inzwischen, daß hier Ebenen auseinanderfallen. Peter prüft Inhalte und Fakten sehr genau. Resonanz jedoch scheint er auf einer anderen, subjektiven Ebene zuzulassen. Was für mich Inkohärenz ist, kann für ihn Intensität, Präsenz oder spirituelle Größe bedeuten.
Vielleicht sieht er nicht die konkrete Ausdrucksform, die mich irritiert, sondern ein inneres Bild: das Orakelhafte, das Weibliche, die spirituelle Vermittlerin. Möglicherweise wirkt hier auch eine Form spiritueller Höflichkeit oder Loyalität, die kritische Unterscheidung zugunsten von Harmonie zurückstellt.
Für mich jedoch gehören Wahrnehmung, Ausdruck und Wahrheit zusammen. Wenn diese Ebenen auseinanderfallen, meldet sich mein Inneres sofort. Und genau daraus entsteht dieser Herzstich – nicht aus Ablehnung, sondern aus einem tiefen Bedürfnis nach Stimmigkeit.
Meine Erkenntnis
Ich muß niemanden überzeugen.
Ich muß nichts entlarven.
Ich darf bei mir bleiben.
Ich darf Peters Inhalte schätzen – und gleichzeitig anerkennen, daß diese Zusammenarbeit für mich nicht stimmig ist. Ich darf wegschauen. Ich darf auch Widerstand fühlen. Beides ist Selbstschutz.
Nicht alles, was sich spirituell nennt, ist leise.
Aber alles, was für mich wirklich tief ist, wird still.
Stille bleibt meine Wahrheit.
Literatur:
Symphonie der Zellen für die Hausapotheke
SOZ-Schmerzfrei
SOZ- Kinder
SOZ: Die Allchemie der Glücksmomente
